Woher kommt unser Honig für die Schokolade?

Michael , wer bist du - in 3 Sätzen?

Ein leidenschaftlicher Altbau-Sanierer mit Hang zum ländlichen Leben (Dorfschule von 1888). Ein kreativer Honigliebhaber, der gern in der Küche experimentiert. Ein Optimist, dessen Glas immer halb voll ist.

Wann hast du deine Liebe zum Honig entdeckt und wie sind sie zu deiner Passion geworden?

Leidenschaft dafür hatte ich bereits als Kind, aber beruflich hatte ich später durch meinen Job in der Medienwelt keine Zeit mehr für so ein Hobby. Vor 5 Jahren durfte ich mich beruflich neu orientieren und ich überlegte, wie es weitergehen sollte. Mit Mitte 40 wieder als freiberuflicher Layouter unterwegs zu sein, hatte damals seinen Reiz für mich verloren. Ich machte zwar noch ein bisschen techn. Support in Sachen „Apfel“ für ehemalige Verlagskollegen, aber wir schielten schon nach was gänzlich anderem. Ein Abendblatt-Artikel gab die Initial-Idee: „Deutschland hat zu wenig Imker“. Da erinnerte ich mich und sagte mir: lass den Stress der Medienwelt hinter dir und wage etwas Neues. Gut: ein paar Dinge wollten überlegt ein; Freunde erklärten mich für verrückt. Aber wir schufen eine neue Marke für den Honig und legten mit den ersten beiden Bienenvölkern los.

Wie viele Bienen hast du und wo leben sie?

Im letzten Jahr haben wir 105 Bienenvölker eingewintert. Wie viele davon im Frühjahr zur Obstblüte noch da sein werden, kann ich noch nicht abschätzen, aber in dieser Saison zeichnet sich eine sehr hohe Ausfallrate (Umwelteinflüsse, Spritzmittel, Varroamilbe u.a.) ab. Ich hoffe, mit zumindest 80 bis 90 Völkern in 2015 arbeiten zu können. Pro Bienenvolk sind es bei sehr starken Völkern zur Rapsblüte bis zu 60 tsd. Bienen (die meisten weiblich, dann noch die Drohnen (männlich)) und 1 Königin.

Im Winter sind sie auf 5 Standorte (innerhalb von ca. 30 km Entfernung) verteilt, während der Saison wandere ich mit den Bienen durch verschiedene Bundesländer, immer wie die örtliche Trachtsituation es ergibt. Einige meiner Völker leben in Hamburg z.B. auf Hoteldächern.

Können Menschen ohne eigene Bienen etwas Gutes für die kleinen Tiere tun?

Immer! Auch wenn man keinen Garten hat, kann man doch auch auf dem Balkon bienenfreundliche Pflanzen aufstellen und diese blühen lassen. Kräuter wie z. B. Thymian, Rosmarin, Minze und Lavendel sind sehr beliebt bei den fleißigen Bienchen. An gefüllte Blüten wiederum kommen die Bienen nicht heran. Wer sich traut, kann ja auch guerilla-gardening in der Stadt betreiben. Spritzmittel sind ein großes Problem, also sollte man diese besser nicht kaufen. Ein cleaner Garten mit Kies und akribisch beschnittenen Büschen sind für Bienen die reinste Wüste.

Kritisch sein sollte man: Biogas aus Biogasanlagen, die nur mit Mais betrieben werden, sind ökologischer Wahnsinn, Biosprit, für den ganze Tropenwälder gerodet werden, ist es auch.

Und wer Honig aus Deutschland kauft, unterstützt damit die heimischen Imker, deren Bienen hier für Artenvielfalt und jede Menge heimisches Obst und Gemüse sorgen.

Was macht deinen Honig besonders und was zeichnet einen verantwortungsbewussten Imker aus?

Unser Honig stammt aus neuen, unbebrüteten Waben, den Honig im Brutraum lassen wir den Bienen. Er ist biozertifiziert, er ist natürlich „kalt geschleudert“ und im Gegensatz zu „industriellem Honig“ aus dem Supermarkt (z. B. Mischung aus Nicht-EG-Ländern) naturbelassen und nicht durch Ultraschall, Hitze o. ä. behandelt (allerdings sind das Aussagen, die ich nicht aufs Glas schreiben darf). Bei ausländischen Honigen wird durch verschiedenste Verfahren auch gerne die Herkunft verschleiert. Wir schreiben die Herkunft drauf. Unser cremiger Honig wird vor dem Abfüllen durch viel Aufwand zweimal täglich gerührt (zu vergleichen mit der Conche bei einer sehr guten Schokolade), bis er zartcremig auf der Zunge zergeht. Die flüssigen Honige werden natürlich nicht gerührt.

wabe 

Ein verantwortungsbewusster Imker zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass er seine Bienen nicht unnötigen Gefahren (z. B. Insektizide) aussetzt. Er benutzt keine systemischen Mittel zur Bekämpfung der Varroamilbe.

Gibt es eine Art Saisonkalender für Honig? Wie viele Sorten erntest du überhaupt? Und wie lagert man Honig am besten?

Das Jahr startet immer mit dem Obstblütenhonig (Mai/Juni), dann kommt der Rapshonig (Juni), danach der Akazienhonig (Mitte/Ende Juni), dann kommen die Sommerhonige wie z. B. Phacelia, Kornblume, Linde, Waldhonig, auch die Mischhonige (hier haben die Bienen keinen reinen Sortenhonig eingetragen) wie z. B. Sommerblüte (aus dem Nektar von z. B. Linde, Klee, Brombeeren u.a.). Den Abschluss bildet unser Heidehonig, den wir im September in der Lüneburger Heide ernten.

In der Regel sollte Honig kühl (10 bis 15°C), dunkel und trocken gelagert werden. Temperaturen von über 18 °C, Sonnenlicht und das typische Licht im Supermarkt bekommen ihm nicht.

Vielen Dank Michael! Wir werden dich und deine Bienen bald besuchen.

 

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